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Strafrechtskanzlei Landshut

Ihr Ansprechpartner ist Rechtsanwalt Johann Kohlschmidt.

Verlauf des Strafverfahrens und Rechte des Beschuldigten
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter Strafverfahren lediglich die Verhandlung vor einem Gericht verstanden. Diesem gehen jedoch verschiedene Verfahrensschritte voraus, die meist schon den Gang der Hauptverhandlung bestimmen, nicht weniger bedeutsam sind, als das eigentliche Hauptverfahren.

Zum Strafverfahren gehört bereits das Vorverfahren, in dem die Staatsanwaltschaft selbst oder durch die Polizei Ermittlungen vornehmen lässt. Dieses Vorverfahren wird auch Ermittlungsverfahren genannt. Nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens trifft die Staatsanwaltschaft eine Entscheidung darüber, ob die Angelegenheit weiterverfolgt wird und somit eine Anklage erhoben wird oder ob eine Einstellung der Sache erfolgt. Dem Ermittlungsverfahren folgt das Zwischenverfahren.

Bei einer vorliegenden Anklage entscheidet das Gericht, ob die Anklage zugelassen wird oder die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt wird. Erst danach folgt das Hauptverfahren mit der Verhandlung bei Gericht.
Während all dieser Verfahrensabschnitte hat der einer Straftat Beschuldigte verschiedene Rechte.
Wichtigstes Recht ist der Anspruch auf rechtliches Gehör, das ein Grundrecht darstellt.
Weiterhin hat der Beschuldigte Verfahrensrechte. Diese sind im einzelnen:

  • das Recht auf Wahl eines Verteidigers und auch das Recht auf Bestellung eines notwendigen Verteidigers
  • der Beschuldigte hat das Recht auf Anwesenheit bei Beweisaufnahmen
  • das Recht auf Vornahme einzelner Beweiserhebungen auch danach noch Anklageerhebung
  • das Recht, einen Richter abzulehnen
  • das Recht auf Aussetzung der Verhandlung bei Nichteinhaltung der Ladungsfrist
  • das Recht auf Anwesenheit in der Hauptverhandlung
  • das Recht auf Stellung von Beweisanträgen in der Hauptverhandlung
  • das Recht auf Stellung von Fragen an Zeugen und Sachverständige
  • das Recht auf Rechtsmitteleinlegung
  • das Recht auf unentgeltliche Beiziehung eines Dolmetschers

Daneben gilt im Strafprozeß noch immer die Vermutung, dass jemand bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig anzusehen ist. Eine Anklageerhebung und die entsprechende Zulassung durch das Gericht bedeutet noch keine endgültig Verurteilung. In der Praxis ist hier durchaus ein Freispruch möglich und auch nicht ungewöhnlich. Daß eine Anklageerhebung erfolgt, hat nur die Beurteilung der Staatsanwaltschaft zugrunde, daß eine Verurteilung überwiegend wahrscheinlich ist.

Wann es sinnvoll ist, von den Rechten als Beschuldigter Gebrauch zu machen, ist für einen juristischen Laien schwer erkennbar. Der Beschuldigte eines Strafverfahrens sollte sich nicht nur über seine Rechte ausführlich informieren, sondern auch, ob die Geltendmachung dieser Recht sinnvoll ist. Der Anspruch auf rechtliches Gehör, wozu auch eine Aussage bei der Polizei gehört, kann im Einzelfall für einen Beschuldigten nachteilig sein. Im Fall der Konfrontation mit einem Strafverfahren sollte unbedingt fachkundiger Rat eingeholt werden.

Zur Beantwortung entsprechender Fragen stehen wir jederzeit kompetent zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner ist Rechtsanwalt Johann Kohlschmidt.